"Ich fahre nach Auschwitz"

"Ich fahre nach Auschwitz"

Was macht es mit einem, wenn man Auschwitz besucht? Die Autorin Gesine Enwaldt geht der Frage nach, welche Bedeutung die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau heute, 70 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers, noch hat. Der Film zeigt, wie eine eine Schülergruppe aus Stadthagen, Jugendliche aus Breisach und Auszubildende der Hamburger Polizei die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau erleben. Die jungen Erwachsenen erzählen von ihren Erwartungen und Ängsten. Mit welchen Eindrücken und Einsichten kommen sie zurück nach Deutschland? Wie ist die Wirkung auf ihr weiteres Leben?

Jugendliche aus dem Christophoros-Werk Oberrimsingen bei einer Gedenkfeier in der Kinderbaracke der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau © NDR

"Ich fahre nach Auschwitz"
In der ARD-Reportage "Ich fahre nach Auschwitz" begleitet Autorin Gesine Enwaldt mehrere junge Menschen in das ehemalige Vernichtungslager Auschwitz. Wie verändert sie der Besuch?

Schüler auf Spurensuche

So wollen Schülerinnen und Schüler des Ratsgymnasiums Stadthagen herausfinden, was ihre Familien in der Zeit des Nationalsozialismus erlebt und getan haben. Sie halten sich mehrere Tage lang im ehemaligen KZ auf. Dort sehen sie die Baracken, in denen die Häftlinge eingepfercht waren, und die Reste der Gaskammern, in denen so viele Menschen ermordet wurden.

Der 17-jährige Léon hat erfahren, dass sein eigener Urgroßvater bei der Waffen-SS und an der Niederschlagung polnischer Aufstände beteiligt war. Wie kann er damit umgehen - mit der Liebe für seinen Urgroßvater auf der einen Seite und der Abscheu für seine Taten auf der anderen?
Nach der Heimkehr nach Deutschland reagieren die Schüler empfindlicher auf Diskriminierung und Ausgrenzung um sich herum. Sie machen schneller den Mund auf. Denn sie wissen: Sie tragen selbst Verantwortung dafür, dass so etwas wie in Auschwitz nie wieder passieren kann.

In Auschwitz für die eigene Zukunft lernen

Jugendliche bei Erhaltungsarbeiten in der Gedenkstätte Auschwitz © NDR

Für die Ausstellungen in der Gedenkstätte müssen Original-Objekte wie Zyklon-B-Dosen konserviert werden.

In einem Heim des Christophorus-Jugendwerks in Breisach leben Jugendliche, die es in ihrem Leben bisher nicht leicht hatten. Die einen haben Schwierigkeiten, sich in einen Betrieb einzufügen. Andere sind durch Schlägereien und kleinere Straftaten auffällig geworden, manche auch durch rechte Sprüche. Sie fahren mit der Initiative "Für die Zukunft lernen" nach Auschwitz.

Der 17-jährige Philip beteiligt sich an den Erhaltungsarbeiten in der Gedenkstätte. Er konserviert Zyklon-B-Dosen. Die Beschäftigung mit dieser Arbeit hilft ihm, sich dem Thema zu nähern. Es macht ihn nachdenklich: Welche Rolle spielte Gewalt bisher in seinem Leben?

Dunkles Kapitel der Polizei-Geschichte

Auszubildende der Hamburger Polizei reisen auf den Spuren des berüchtigten Reserve-Polizeibataillons 101 nach Polen. Dieses war aktiv am Holocaust beteiligt. Am Ende der Fahrt besuchen sie Auschwitz. Sie fragen: Wie konnten Menschen anderen Menschen so etwas antun? Und wieso sind ausgerechnet Polizisten zu Tätern geworden? Sie diskutieren über Schuld und Scham, über Befehl und Gehorsam. Die Polizisten schwören einen Eid auf die Verfassung, die Freiheit und Menschenwürde schützen soll. Was heißt das für ihren Beruf? Wann wären sie bereit, einen Befehl zu verweigern, der die Grundrechte mit Füßen tritt?

Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen | 7 Tage | 28.01.2015 | 00:00 Uhr

Stand: 26.01.15 14:30 Uhr

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