Stolperstein 5: "Im Hintergrund habe ich manchmal ein Scheinbild gesehen"

Stolperstein 5: "Im Hintergrund habe ich manchmal ein Scheinbild gesehen"

Ein Screenshot aus dem Video von Naemi Eckert zeigt einen Auschwitz-Insassen. © NDR/ Naemi Eckert


Für den O-Ton des Auschwitz-Zeitzeugen Wilhelm Brasse arbeitete Naemi Eckert zwischen Dokumentation und Inszenierung.

Der Zeitzeuge: Wilhelm Brasse

Wilhelm Brasse kam am 3. Dezember 1917 in Saybusch, Polen als Sohn eines Österreichers und einer Polin zur Welt. Beim Überfall auf Polen im Jahre 1939 war er polnischer Soldat und kam kurze Zeit später im August 1940 als Häftling nach Auschwitz. Zuerst verbrachte er einige Zeit in Quarantäne und musste dann mehrere Monate Zwangsarbeit leisten. Im Anschluss wurde er auf Grund seiner Kenntnisse als Fotograf eingesetzt. In seiner gesamten Zeit als Häftling fotografierte er nach eigenen Schätzungen 40.000 bis 50.000 Menschen. Wilhelm Brasse musste auch Aufnahmen der grausamen Experimente von Josef Mengele machen. Seine Fotos sind heute in der KZ-Gedenkstätte in Auschwitz zu finden. Wilhelm Brasse starb am 23. Oktober 2012.

Die Künstlerin: Naemi Eckert

Der Video-Stolperstein der Künstlerin Naemi Eckert beschäftigt sich mit der Arbeit des Fotografen Wilhelm Brasse. Sie kombiniert dabei inszenierte Bilder mit Aufnahmen jüdischer Häftlinge, die ihr das Museum Auschwitz-Birkenau zur Verfügung stellte. Ein entscheidendes Element in ihrem Video sind die Nachbilder, die wirken als hätten sie sich auf der Netzhaut eingebrannt. Sie versinnbildlichen die psychische Komponente, wie etwa den Versuch der Verarbeitung des Erlebten.
Naemi Eckert bearbeitete zusätzlich den Ton der Zeitzeugin Lola Fischel.

Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen | 7 Tage | 28.01.2015 | 00:00 Uhr