Lukasz Surowiec Mahnmal - imago images / ZUMA Press
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Kunst nach Auschwitz

"Nach Auschwitz ein Gedicht zu schreiben, ist barbarisch!" schrieb Theodor W. Adorno fünf Jahre nach der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau. Andererseits hat gerade Kunst die Kraft, Erinnerungen auch emotional zu transportieren.

Was vermag die Kunst?

Maria Anna Potocka Museum für Gegenwartskunst in Krakau, MOCAK.
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Museum für Gegenwartskunst in Krakau (MOCAK)

Museum für Gegenwartskunst in Krakau (MOCAK) - Maria Anna Potocka

   

Die Geschichte hat dazu geführt, dass wir die ganze Verantwortung auf die Nazis abgewälzt haben. 'Ach, das haben die Nazis gemacht, wir sind ja gut.' Und das ist die große Warnung: Wir müssen uns daran erinnern, dass das, was passiert ist, in uns ist, in uns allen, in der europäischen Kultur, in den Religionen Europas.

Mein Uropa war Österreicher, meine Uroma war Jüdin. Im Moment des Ausbruchs des Zweiten Weltkriegs hat er sich als österreichischer Offizier dazu entschieden, die Uniform der Armee von Hitler zu tragen. Und zwar um seine Frau, eine Jüdin, zu schützen.

Ich habe das Bewusstsein, dass man kein echtes Gedicht nach Auschwitz schreiben kann. Hier kann man nur schweigen. Aber man kann Gedichte schreiben mit dem Bewusstsein, dass es den Holocaust gegeben hat. Dass es Auschwitz gab.

Der Holocaust hat mich schon immer beschäftigt, weil er eine Geschichte ist, die man sich nicht vorstellen kann. Dort wurden in einem so präzisen und geradezu handwerklichen Verfahren so viele Menschen umgebracht. (...) Das, was einen so stark zum Nachdenken bringt, ist doch, dass in den Menschen so ein Hass steckt.

Ich hasse Wörter wie "völkisch" oder "national". Solche Wörter mag ich gar nicht. Wenn ich das höre, dann kenne ich nur eine Reaktion: Ablehnung.

Ich glaube, wir Erwachsenen können es den Kindern und Jugendlichen weitergeben. Und zwar auf eine feine Art, sie mitnehmen nach Buchenwald, ihnen zeigen, wie wichtig es ist, so dass sie einen Zugang kriegen. Und vielleicht hört dann die verordnete Trauer auf und es ist ein bisschen freiwillig.